Interview mit EVI-Besitzer Alfred Schwendinger

Werdegang

Das Unternehmen EVI (Erzeuger Verbrauch Initiative) wurde 1980 von einem kirchlichen Institut in Wien gegründet. Der Gedanke hinter der Gründung war, dass es im Waldviertel gute biologische Produkte zu kaufen gab, aber nicht in Wien. Das Ziel der Gründung war, dass man auch biologische Produkte in Wien kaufen kann. EVI startete als Verein und wurde nach einiger Zeit zu einer Ges.m.b.H. umgewandelt.  Der erste Standort war in St. Pölten. 1983 folgte ein Zweiter in der Schmidgasse in Krems, gegenüber dem heutigen Restaurant Schmid’s. Heute sind die Standorte Krems und St. Pölten jeweils eigenständige Unternehmen, mit unterschiedlichen Logos. Beliefert werden diese großteils von denselben Lieferanten. 

 

Standort Krems

Dadurch, dass das Unternehmen am Pfarrplatz aus allen Nähten platzte, wanderte es in die Utzstraße 5, neben dem Einkaufszentrum „Steiner Tor“.  Im Laufe der Zeit wurde das Geschäftslokal Stück für Stück erweitert. 2017 kam dann auch ein Restaurant dazu. Zum heutigen Zeitpunkt sind 18 Mitarbeiter beschäftigt. Seit 2005 wurden 800.000 € in den Standort Krems investiert. Zum Warenbezug sagte er uns, dass die EVI die Ware einerseits von 70 regionalen Lieferanten erhält, viele Lieferungen kommen auch aus Deutschland. Diese Zulieferungen müssen qualitativ hochwertig sein und den Werten des Unternehmens entsprechen.

 

Alfred Schwendinger

Der gebürtige Vorarlberger ist Biobauer und hat einen Bio-Hof in Maria Laach am Jauerling. Den Hof betreibt er inzwischen nicht mehr selbst, sondern hat ihn an seinen Nachbarn verpachtet. Zu Beginn war er selbst ein Lieferant für die EVI, kannte somit die Werte des Unternehmens gut und hatte kein Problem damit, es 2006 zu übernehmen. Als Geschäftsführer war ihm rasch klar, dass er den Gewinn nicht für sich selbst beanspruchen wollte. Er investierte weiter in das Unternehmen und bezahlte die Mitarbeiter über dem Kollektivlohn, da ihm wichtig war, gemeinwohlorientiert zu wirtschaften. Schon zu Beginn des Interviews informierte er uns darüber, dass er plane in Pension zu gehen. Darüber hinaus hat er uns über sein zukünftiges Projekt, der Regionalwert AG, berichtet. Mit den 15 Mitgründern hat er bereits 200.000 € gesammelt und will die Hälfte der EVI einlegen. Das Ziel der AG ist es, in die Wertschöpfungsketten zu investieren.

 

Corona

Durch die Covid-19 Maßnahmen ist das Restaurant gerade geschlossen und somit befinden sich zwei Mitarbeiter in Kurzarbeit. Herr Schwendinger erklärte uns aus seinen Beobachtungen, dass weniger Kunden kommen, diese kaufen jedoch mehr ein. Darüber hinaus sagte er, dass auch die Speisen aus dem Restaurant abgeholt werden können. EVI-Naturkost, schließt das Jahr 2020 trotz Corona mit einem Gewinnplus ab.

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